Plastik Brunnen (ohne Titel)


2014, Beckenmasse 203x140 cm, Bronze patiniert
Foto: Serge Hasenböhler

Jurybericht Kunst am Bau
Brunnen beim Museum der Kulturen Basel
Wettbewerb auf Einladung

Die von Tina Z’Rotz vorgeschlagene Brunnenskulptur ist eine bronzene Röhre, die sich wild um den bestehenden Brunnentrog schlingt, diesen umgarnt und schliesslich Wasser in den Trog fliessen lässt. Spuren der handwerklichen Oberflächenbearbeitung des Wachspositivs wie Fingerabdrücke und Unebenheiten sind auf den Gussteilen sichtbar und verführen dazu, die einzelnen Abschnitte genauer zu erkunden, zu ertasten und am Brunnen zu verweilen. Die handwerkliche Fertigung soll Bezüge zu den Objekten im Museum und zur künstlerischen Arbeit an sich schaffen. Der Künstlerin ist es zudem ein Anliegen, den Umweg positiv zu thematisieren, dies auch im Hinblick auf eine dem Effizienzgebot entzogene Qualität des Zeiterlebens.

Die Jury ist begeistert von der künstlerischen Qualität des Vorhabens und versteht die bronzene Wasserleitung als eine überzeugende Plastik, die den Brunnentrog selbst als Skulptur behandelt und so die Aufgabenstellung optimal löst. Auf kleinstem Raum vermag der Vorschlag eines zeichnerisch wirkenden Eingriffs zu überzeugen. Die Jury weist die Künstlerin auf technische Probleme in der Umsetzung hin und kritisiert, dass der Titel, sowohl in Relation zu ihrer eigenen Intention als auch im Kontext der Aufgabenstellung, die einen dialogischen Bezug zum Museum beinhaltet, sehr unglücklich gewählt ist.

Das Projekt wird zur technischen Überprüfung und zur Überarbeitung im Hinblick auf eine Ausführung empfohlen. Dies beinhaltet neben der Abklärung der Machbarkeit der technischen Details auch eine neue Titelgebung. Das überarbeitete Projekt muss der Jury nochmals zur Prüfung vorgelegt und von dieser abschliessend beurteilt werden.

Text: Nadine Wietlisbach, November 2013, Kunstkreditkommission Basel-Stadt
Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Kultur Kunstkredit Basel-Stadt